Überlegenheit durch forensische Gesprächskompetenz

 

Der Begriff Forensik ist den meisten Menschen in erster Linie aus amerikanischen oder deutschen Gerichts- oder Krimiserien bekannt. Der Begriff wird dort vor allem für die Beweisgewinnung mit Hilfe der Rechtsmedizin verwendet. Die Obduktion einer Leiche lässt Rückschlüsse auf Todeszeitpunkt und Todesumstände zu. Forensik ist aber tatsächlich der Oberbegriff aller wissenschaftlichen Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen systematisch aufgeklärt werden.

 

Bei der forensischen Befragungstechnik geht es also darum, Sachverhalte durch Gesprächstaktik aufzuklären. Ein zentraler Punkt der forensischen Gesprächstechnik ist es, die Fragetaktik auf die optimale Wahrnehmung des Gesprächspartners auszurichten. 

 

Zunächst einmal geht es darum, Personen bezüglich Ihrer Glaubwürdigkeit, und Aussagen bezüglich ihrer Glaubhaftigkeit richtig einzuschätzen. Eine an sich glaubwürdige Person kann eine unglaubhafte Aussage machen, während ebenso eine an sich unglaubwürdige Person bei bestimmten Fragen oder Sachverhalten eine glaubhafte Aussage tätigen kann. Daher werden auch die Begriffe Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit in der Psychologie entsprechend unterschieden.

 

Wichtig ist es hierbei, neben der Wahrnehmung von nonverbalen (körpersprachlichen) Indikatoren, auch verbale Indikatoren zur fundierten Glaubhaftigkeitsbeurteilung heranzuziehen. Im Marco Löw Befragungssystem ergibt sich hier eine spezifische Besonderheit. Die forensische Befragung nach Marco Löw verfügt über insgesamt 102 kognitive Indikatoren zur Glaubhaftigkeitseinschätzung auf verbaler Ebene. Hinzu kommen noch die Indikatoren auf nonverbaler Ebene.

 

Währenddessen ein in Körpersprache geschulter und geschickter Gesprächspartner den Gesprächsführer durch Anwendung von täuschender Körpersprache manipulieren und täuschen kann, ist dies bei den Indikatoren auf verbal kognitiver Ebene nicht möglich.

 

Jedem Lügner stellen sich während des Lügenvorganges unabhängig von seiner Intelligenz eine Vielzahl an kognitiver Probleme. Beispielsweise verfügt jeder Mensch nur über eine begrenzte Merkfähigkeit oder ist nur in begrenztem Maße in der Lage Gedankensprünge durch sein Lügenkonstrukt zu vollziehen. Ein glaubwürdiger Gesprächspartner kann Fragen durch schnelles Abrufen von Erinnerungsbildern aus seinem Gedächtnis beantworten, währenddessen der Lügner eine spontane Lüge im Regelfall durch das Zurückgreifen auf seine Lebenserfahrung und sein Allgemeinwissen konstruiert.

 

Eine solche Lügenkonstruktion ist jedoch nicht nur für eine in forensischen Interviewtechniken geschulte Person leicht angreifbar, sondern braucht auch seitens des Lügners eine wesentlich längere Nachdenkzeit. Bereitet der Lügner ein Lügenkonstrukt jedoch vor Gesprächsbeginn vor, dann stellen sich ihm ebenfalls eine Vielzahl von kognitiver Problematiken, beispielsweise die Gefahr sich bei Gedankensprüngen zu verzetteln oder die Merkfähigkeit im Rahmen komplexer Gesprächsverläufe.

 

Die geschilderten Beispiele stellen jedoch nur eine kleine Anzahl der kognitiven Probleme von Lügnern beispielhaft dar. Die forensische Befragungstechnik nach Marco Löw ist deshalb so effizient, weil sie gleichzeitig kognitive und nonverbale Indikatoren zur Glaubhaftigkeitsbeurteilung wahrnimmt und nahezu simultan ihre Gesprächstaktik darauf abstimmt.

 

Hierdurch ergibt sich eine sehr effiziente Systematik. Sie können damit Ihren Gesprächspartner wie durch ein Röntgengerät durchleuchten und Sachverhalte zielsicher aufklären. Der Bund deutscher Kriminalbeamter (siehe Buchrezension) hat das Marco Löw Befragungssystem als gegenüber anderen Gesprächsmethoden überlegen bewertet.